Syphilis - Was steckt hinter der Tabu-Erkrankung?

Wenn es untenrum plötzlich Probleme gibt, dann ist das häufig unangenehm und vielleicht auch mit Scham verbunden. Aber nicht hier - In dieser Reihe zeigen wir Dir auf, wie es zu bestimmenGeschlechtskrankheitenkommt, welche Symptome mit ihnen einhergehen, wie sie sich behandeln und auch vorbeugen lassen.

STI
22. JUL 2025 · Von vivatura
Syphilis - Was steckt hinter der Tabu-Erkrankung?

Geschlechtskrankheiten - Syphilis im Fokus

Syphilis

Syphilis ist eine weitere sexuell übertragbare Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöst wird. Sie verläuft in mehreren Stadien und kann - wenn unbehandelt - schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Die Übertragung erfolgt vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Aber wie erkennt man eine Ansteckung?

Symptome

Die Symptome der Syphilis sind vielfältig und abhängig vom Krankheitsstadium. Die Erkrankung verläuft in vier Phasen: Primärstadium, Sekundärstadium, Latenzphase und Tertiärstadium.

Grafik, die mögliche Symptome einer Syphilis Erkrankung aufzeigt. Beispielsweise Kopf- und Gelenkschmerzen, aber auch weniger Energie.

Primärstadium(3 Tage bis 3 Wochen nach Ansteckung): Typisch ist ein schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle der Bakterien - meist im Genital- oder Analbereich, gelegentlich auch im Mund. Dieses sogenannte "Ulcus durum" hat eine harte Basis und sondert klare Flüssigkeit ab, die hochinfektiös ist. Nach einigen Wochen heilt es von selbst ab, auch ohne Behandlung - was die Erkrankung tückisch macht.

Sekundärstadium(nach 4-10 Wochen): Das Bakterium breitet sich über das Blut im gesamten Körper aus. Es kommt zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Halsschmerzen und geschwollenen Lymphknoten. Typisch ist ein fleckiger Hautausschlag, oft an den Handflächen und Fußsohlen. Auch Schleimhautveränderungen im Mund oder an den Genitalien sind möglich. Die Symptome klingen häufig ohne Therapie ab - doch die Infektion bleibt bestehen.

Latenzphase:

In dieser Phase bestehen keine Beschwerden, die Infektion ist aber weiterhin im Körper aktiv. Sie kann Monate bis Jahre andauern. In dieser Zeit besteht ein geringeres Risiko, andere anzustecken, dennoch ist eine Behandlung wichtig.

Tertiärstadium: Wird die Syphilis nicht behandelt, kann sie innere Organe, das Nervensystem (Neurosyphilis) oder das Herz-Kreislauf-System befallen. Es kommt zu schweren Schäden wie Aneurysmen, Demenz oder Lähmungen. Diese Form ist heute aufgrund frühzeitiger Diagnostik und Therapie selten geworden.

Übertragung

Syphilis wird durch direkten Kontakt mit infektiösen Schleimhautveränderungen oder Hautläsionen übertragen - in der Regel beim Vaginal-, Anal- oder Oralsex. Schon kleine Hautrisse reichen aus, damit die Bakterien in den Körper gelangen.

Eine Ansteckung ist auch durch Bluttransfusionen (heute äußerst selten) oder von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft oder Geburt möglich. In solchen Fällen spricht man von angeborener Syphilis (kongenitaler Syphilis).

Diagnose

Zur Diagnose wird in der Regel eine Blutuntersuchung durchgeführt. Serologische Tests können Antikörper gegen das Syphilis-Bakterium nachweisen. In manchen Fällen wird zusätzlich ein Abstrich aus dem Geschwür entnommen, um den Erreger direkt mikroskopisch oder molekularbiologisch nachzuweisen.

Ärzte und Ärztinnen mit Fachrichtung Dermatologie, Venerologie oder Gynäkologie bzw. Urologie sind die ersten Ansprechpartner.

Behandlung

Syphilis lässt sich zuverlässig mit Antibiotika behandeln - in der Regel mit Penicillin. Je nach Stadium und individueller Situation erfolgt die Therapie durch eine oder mehrere Injektionen. Bei einer Penicillin-Allergie stehen alternative Antibiotika wie Doxycyclin oder Ceftriaxon zur Verfügung.

Wichtig: Auch wenn die Symptome verschwinden, muss die Therapie konsequent abgeschlossen werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind notwendig, um einen Therapieerfolg sicherzustellen und Rückfälle auszuschließen.

Sexuelle Kontakte sollten während und bis einige Wochen nach der Behandlung gemieden werden. Auch Partnerinnen oder Partner müssen untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden.

Prävention

Kondome bieten einen wirksamen, aber nicht vollständigen Schutz, da die Bakterien auch durch Kontakt mit infizierter Haut übertragen werden können. Dennoch senkt konsequente Safer-Sex-Praxis das Infektionsrisiko deutlich.

Regelmäßige Tests auf sexuell übertragbare Infektionen (STI), insbesondere bei häufig wechselnden Partnern, helfen, Syphilis frühzeitig zu erkennen. Früh erkannt ist die Infektion gut behandelbar.

Auch offene Kommunikation mit Sexualpartnern, sorgfältige Intimhygiene und ein verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen Sexualität tragen zur Vorbeugung bei.

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