Genitalherpes - Was steckt hinter der Tabu-Erkrankung?

Wenn es untenrum plötzlich Probleme gibt, dann ist das häufig unangenehm und vielleicht auch mit Scham verbunden. Aber nicht hier - In dieser Reihe zeigen wir Dir auf, wie es zu bestimmenGeschlechtskrankheitenkommt, welche Symptome mit ihnen einhergehen, wie sie sich behandeln und auch vorbeugen lassen.

STI
21. JUL 2025 · Von vivatura
Genitalherpes - Was steckt hinter der Tabu-Erkrankung?
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Geschlechtskrankheiten - Genitalherpes im Fokus

Genitalherpes

Herpes ist eine Virusinfektion und kann durch zwei verschiedene Viren ausgelöst werden. Der Genitalherpes entsteht zumeist durch das Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2), während das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) häufiger Lippenherpes auslöst. Allerdings kann auch der Typ 1 Genitalherpes auslösen, beispielsweise durch Oral-Sex.

Ist der Erreger einmal im Körper, so bleibt er dort lebenslang. Häufig nimmt man das Virus aber gar nicht wahr, da es in bis zu 90 Prozent der Fälle zu keinen oder nur sehr geringen Symptomen kommt. Ganz schön gemein, aber Genitalherpes kann so unbemerkt bleiben und trotzdem weitergegeben werden.

Symptome

Kommt es allerdings zum Ausbruch des Virus, dann können unangenehme Symptome auftreten. Typisch sind schmerzhafte, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die schließlich aufplatzen und verkrusten. Aber auch Kribbeln, Brennen und Jucken in betroffenen Bereichen, sowie Schmerzen beim Wasserlassen und Fieber. Geschwollene Lymphknoten und ein allgemeines Krankheitsgefühl können ebenfalls einhergehen. 

In der Regel sind die Symptome bei erster Erkrankung besonders schlimm und schwächen bei weiteren Ausbrüchen ab. 20 Tage kann es dauern, bis alle Symptome bei erstmaligem Ausbruch abklingen. Darauffolgende Ausbrüche halten durchschnittlich bis zu zehn Tagen an.

Bei Männern sind typischerweise Penis, Vorhaut und Hodensack betroffen, bei Frauen sind es die Schamlippen, die Vagina und der Gebärmutterhals. Auch der Analbereich, der Po, die Innenseiten der Oberschenkel oder der Damm können betroffene Bereiche sein. 

Übertragung

Genitalherpes ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Er wird über direkten Hautkontakt übertragen - vor allem beim Sex oder anderen intimen Berührungen des Körpers. Auf Oberflächen sind die Herpesviren nicht lange überlebensfähig, weshalb Schmierinfektionen unwahrscheinlich sind. 

Eine Übertragung ist allerdings auch ohne sexuellen Kontakt möglich, wenn auch sehr unwahrscheinlich. Es kann zum Beispiel von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Bei akutem Ausbruch kann es zu Komplikationen kommen, was einen Kaiserschnitt erzwingen kann. Ein enger Körperkontakt mit einer infizierten Person, zum Beispiel beim Petting oder einer Massage, kann bei mangelnder Handhygiene ebenfalls zu einer Übertragung führen.

Diagnose

Um Genitalherpes sicher festzustellen, entnimmt die Ärztin oder der Arzt einen Abstrich von einer betroffenen Hautstelle. Diese Probe wird anschließend im Labor auf Herpesviren untersucht. Je nach Befund kann dabei auch bestimmt werden, ob es sich um HSV-1 oder HSV-2 handelt.

Da die typischen Symptome nicht immer auftreten und sich Genitalherpes in vielen Fällen kaum bemerkbar macht, ist eine Diagnose allein anhand der Hautveränderungen oft schwierig. Außerdem ähneln die Beschwerden manchmal anderen sexuell übertragbaren Infektionen oder Hautkrankheiten - etwa Pilzinfektionen, Chlamydien oder auch Schuppenflechte.

Bei Menschen ohne sichtbare Symptome gestaltet sich die Diagnose noch schwieriger. In solchen Fällen kann ein Bluttest auf Herpes-Antikörper Hinweise liefern. Werden Antikörper gegen HSV-2 gefunden, ist eine Genitalinfektion wahrscheinlich. Antikörper gegen HSV-1 deuten zwar auf eine frühere Infektion hin, lassen aber nicht eindeutig erkennen, ob die Infektion im Genital- oder im Lippenbereich stattgefunden hat.

Ein Antikörpertest kann in der Regel nicht zeigen, wie lange die Infektion bereits besteht. Wenn allerdings zum Zeitpunkt des ersten Ausbruchs noch keine Antikörper nachweisbar sind, spricht das dafür, dass die Ansteckung erst vor Kurzem erfolgt ist.

Behandlung

Wie wir bereits festgestellt haben, bleibt das Virus nach einer Infizierung lebenslang im Körper. Bislang ist eine Heilung nicht möglich. Daher geht es bei der Behandlung von Herpes vor allem um die Linderung der Symptome, die Verkürzung des aktuellen Ausbruchs oder das Hinauszögern des Nächsten. Von großer Bedeutung ist der Beginn der Behandlung innerhalb der ersten 24 Stunden, sobald sich die ersten Symptome andeuten.

Handelsübliche Schmerzmittel sorgen für geringere Schmerzen und antivirale Medikamente helfen, die Reproduktion des Virus zu hemmen. Bei starken oder sehr häufigen Ausbrüchen ist eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten möglich. Diese werden dann längerfristig eingenommen, auch in beschwerdefreien Phasen. 

Prävention

Das Risiko, jemanden anzustecken, ist während eines Ausbruchs am größten. Sobald sich Symptome andeuten, sollte auf Sex zunächst verzichtet werden.

Kondome und Femidome bieten eine Möglichkeit, das Ansteckungsrisiko zu senken. Auch Lecktücher können einen gewissen Schutz bieten. Ein 100 prozentiger Schutz ist allerdings nicht gewährleistet, da betroffene Stellen möglicherweise nicht vollständig abgedeckt werden. Offene Kommunikation und Ehrlichkeit sind von großer Bedeutung, um das Ansteckungsrisiko einschätzen zu können. In festen Partnerschaften kann es außerdem sinnvoll sein, das Blut auf Antikörper testen zu lassen.

10 bis 15 von hundert Menschen tragen schätzungsweise die Erreger in ihrem Körper. Genitalherpes ist also bei Weitem keine seltene Infektion. Positiv festzuhalten ist aber, dass die Ausbrüche von Zeit zu Zeit meist geringer und schwächer werden.

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