Die Schilddrüse - Kleines Organ, große Wirkung
Klein und unscheinbar, aber nicht zu unterschätzen: dieSchilddrüse. Dieses schmetterlingsförmige Organ sitzt im unteren Halsbereich unterhalb des Kehlkopfs und steuert zahlreiche lebenswichtige Prozesse. Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät, kann das weitreichende Auswirkungen auf Dein gesamtes Wohlbefinden haben.
In diesem Beitrag erfährst Du, welche Aufgaben die Schilddrüse erfüllt, wie ihre Hormone wirken und was die wichtigsten Laborwerte (TSH, FT4 und FT3) über Deine Gesundheit aussagen.
Die Aufgaben der Schilddrüse
Die Schilddrüse produziert und speichert Hormone, die fast alle Körperfunktionen beeinflussen. Verrückt, oder? Ihre Hauptaufgabe besteht aber darin, den Stoffwechsel zu regulieren. Sie steuert somit, wie viel Energie unser Körper verbraucht.
Sie arbeitet eng mit unserem Gehirn zusammen und wird über die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert, die das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) ausschüttet. Dieses Hormon gibt den „Befehl“, Schilddrüsenhormone zu produzieren.
Das funktioniert nach dem Prinzip der Rückkopplung:
- Sind zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut, steigt der TSH-Wert, um die Produktion anzuregen.
- Sind zu viele Hormone vorhanden, sinkt der TSH-Wert, um die Produktion zu bremsen.
So bleibt der Hormonspiegel normalerweise im Gleichgewicht.
Die wichtigsten Schilddrüsenhormone sind Thyroxin (FT4) und Trijodthyronin (FT3). FT4 ist das “Vorratshormon”, welches in FT3, das “aktive Hormon” umgewandelt wird.
Darauf können die Hormone Einfluss haben:
- Energie- und Kalorienverbrauch
- Körpertemperatur
- Herzrhythmus und Blutdruck
- Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
- Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems
Eine gesunde Schilddrüse sorgt also für Ausgeglichenheit und Energie; sowohl körperlich als auch mental.
Ein fein abgestimmtes System
Ein Bluttest ist der sicherste Weg, um die Funktion der Schilddrüse zu überprüfen. Dabei werden in der Regel die drei bereits erwähnten Parameter (TSH, FT4 und FT3) bestimmt.
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)
Da TSH sehr sensibel auf Veränderungen reagiert, gilt es als Frühindikator für Störungen der Schilddrüsenfunktion.
- Erhöhter TSH-Wert: Hinweis auf eine Unterfunktion(die Schilddrüse produziert zu wenig Hormone).
- Verminderter TSH-Wert: Hinweis auf eine Überfunktion(die Schilddrüse produziert zu viele Hormone).
Ein auffälliger TSH-Wert ist also oft der erste Hinweis darauf, dass eine Schilddrüsenfehlfunktion vorliegt.
FT4
FT4 steht für „freies Thyroxin“ – die inaktive, aber im Blut zirkulierende Vorstufe des aktiven Hormons FT3. Ein Teil von FT4 wird in den Körperzellen in FT3 umgewandelt, das den Stoffwechsel direkt beeinflusst.
Besonders aussagekräftig wird FT4 im Zusammenhang mit dem TSH-Wert:
- TSH hoch + FT4 niedrig→ Schilddrüsenunterfunktion
- TSH niedrig + FT4 hoch→ Schilddrüsenüberfunktion
FT3
FT3 ist die aktive Form des Schilddrüsenhormons – und wirkt direkt auf die Zellen. Es beeinflusst nahezu alle Stoffwechselvorgänge, darunter:
- Energieproduktion
- Herzfrequenz
- Körpertemperatur
- Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit
Ein erhöhter FT3-Wert weist meist auf eine Überfunktion hin, während ein zu niedriger Wert auf eine Unterfunktion oder eine Umwandlungsstörung (von FT4 zu FT3) schließen lässt.
Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät
Schon kleine Schwankungen der Schilddrüsenhormone können große Auswirkungen haben.
Typische Anzeichen einer Unterfunktion (Hypothyreose):
- Müdigkeit, Erschöpfung
- Gewichtszunahme
- Frieren, trockene Haut, Haarausfall
- Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmung
Typische Anzeichen einer Überfunktion (Hyperthyreose):
- Herzklopfen, Zittern, Nervosität
- Gewichtsabnahme trotz gutem Appetit
- Schwitzen, Schlafstörungen
- Reizbarkeit, Unruhe
Schilddrüsenwerte regelmäßig überprüfen
Da Schilddrüsenerkrankungen oft schleichend verlaufen, ist es sinnvoll, die Schilddrüsenwerte regelmäßig zu kontrollieren und sicherzustellen, dass dieses sensible System funktioniert. Ein besonderes Augenmerk solltest Du darauf legen, wenn Du
- anhaltende Müdigkeit oder Gewichtsveränderung feststellst.
- familiär vorbelastet bist.
- eine bestehenden Autoimmunerkrankungen hast.
- einen Kinderwunsch/eine Schwangerschaft verfolgst.