Die Nieren - Dein persönlicher Filter
Abfallstoffe wie Harnstoff oder Giftstoffe, die durch Stoffwechselprozesse oder aus der Nahrung entstehen, werden durch die Nieren entsorgt. Dies gelingt über die Produktion und die Ausscheidung von Urin. Damit es Deinem Körper gut geht, ist er auf die einwandfreie Funktion der Nieren angewiesen. Wie lässt sich eine geschwächte Funktion feststellen und was trägt zur Gesundheit der Nieren bei?
Aufbau und Aufgaben
Die Nieren befinden sich rechts und links von der Wirbelsäule, am unteren Ende des Brustkorbs. Sie sind bohnenförmig und circa so groß wie eine geballte Faust. Geschützt werden die Organe durch die Nierenkapsel, bestehend aus drei Schichten Fett und Bindegewebe. Das trägt zur Stabilität und zum Schutz vor äußeren Verletzungen bei. Am äußeren Rand der Nieren befindet sich die Nierenrinde. Hier entsteht durch knapp 2,4 Millionen Nierenkörperchen der Urin. Über das innenliegende Nierenbecken gelangt der Urin schließlich in den Harnleiter bis zur Harnblase.
Wir haben bereits festgestellt, dass die Nieren unser Blut filtern, um Abfall- und Giftstoffe auszuscheiden. Die Urinproduktion ist aber nicht die einzige Aufgabe.
Die Nieren regulieren auch den Flüssigkeitshaushalt. Wird Wasser zurückgehalten, so steigt der Blutdruck. Andersherum führt die vermehrte Ausscheidung des Wasser zu einem geringeren Blutdruck.
Zusätzlich produzieren die Nieren das hormonähnliche Eiweiß Renin, welches ebenfalls den Blutdruck ansteigen lässt und das Hormon Erythropoetin, welches die Bildung roter Blutkörperchen fördert.
Auch das Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts wird durch die Nieren bestimmt. So wird das Blut weder zu basisch, noch zu sauer.
Die Nebennieren bilden außerdem verschiedene lebenswichtige Hormone. Sie sitzen oben auf den Nieren, wie eine Art Mütze.
Kreatinin - Indikator für die Nierenfunktion
Jetzt weißt Du, wie wichtig Deine Nieren für Deine Gesundheit sind, aber wie lässt sich denn nun die Nierenfunktion einschätzen?
Über Symptome ist das meist gar nicht so leicht, da sie anfangs nicht oder nur mild auftreten. Ein Bluttest kann Dir helfen, Deine Nierenleistung im Auge zu behalten, indem er den Kreatininwert in Deinem Blut ermittelt. Das ist sinnvoll, da Kreatinin ein Abbauprodukt aus den Muskeln ist, welches über den Urin ausgeschieden wird. Die Menge an Kreatinin im Blut lässt also Rückschlüsse auf die Funktion der Nieren zu.
Ist der Wert erhöht, kann das daran liegen, dass die Ausscheidung über Nieren eingeschränkt ist.
Besonders aussagekräftig ist der Kreatininwert, wenn die Nieren schon stark eingeschränkt sind. Er steigt deutlich an, wenn die Nieren bereits die Hälfte ihrer Leistung verloren haben.
Die regelmäßige Überprüfung des Kreatininwerts ist besonders für Diabetiker, Menschen mit hohem Blutdruck, Personen, die an Übergewicht leiden, ältere Menschen, genetisch vorbelastete Personen und bei Einnahme bestimmter Medikamente zu empfehlen.
Symptome
Das könnte dafür sprechen, dass Deine Nieren erkrankt sind:
- Geringe Urinproduktion
- Schwellungen
- Kurzatmigkeit
- Müdigkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- Hoher Blutdruck
- Appetitverlust
Nierenpflege
Leider tritt ein Problem der Nieren häufig erst spät in Erscheinung, daher ist Vorsorge besonders wichtig. Hier ein paar Tipps, wie Du Deine Nieren gesund erhälst und unterstützen kannst.
- Ausreichend trinken: Das hilft, die Nieren durch zu spülen. Am besten trinkst Du Wasser oder ungesüßte Kräutertees.
- Tabakkonsum vermeiden
- Wärme: Kälte führt zu einer verminderten Durchblutung, daher solltest Du Dich warm genug anziehen. Besonders wichtig sind der Rücken, der Unterleib und die Fußsohlen.
Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung ist ebenfalls sinnvoll, vor allem, wenn bereits eine Nierenerkrankung besteht.
- Obst und Gemüse
- Hochwertige Pflanzenöle
- Vollkornprodukte
- Salzarmes essen
- Verzicht auf Fertiggerichte, Süßigkeiten etc.
- Kaliumreiche Lebensmittel sind ebenfalls zu vermeiden (z.B. Nüsse, Bananen, Tomaten, Trockenfrüchte)